Mietrecht erklärt

Nebenkostenabrechnung: Welche Fristen gelten für Vermieter und Mieter?

Der Vermieter hat zwölf Monate Zeit für die Nebenkostenabrechnung, gerechnet ab Ende des Abrechnungszeitraums (§ 556 Abs. 3 Satz 2 BGB). Danach sind Nachforderungen ausgeschlossen. Ihr Guthaben bleibt bestehen und verjährt erst nach drei Jahren (§ 195 BGB). Die Abrechnungsfrist ist die gesetzliche Zeitspanne, in der der Vermieter die Betriebskosten eines Zeitraums abrechnen und Ihnen die Abrechnung zustellen muss. Für Ihre Einwendungen gelten ebenfalls zwölf Monate ab Zugang; Nachzahlung und Guthaben sind nach 30 Tagen fällig.

6 Min. LesezeitMietrechtDeutschland
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Kurz gesagt
  • Abrechnungsfrist: 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums. Für das Jahr 2025 muss die Abrechnung bis zum 31. Dezember 2026 bei Ihnen sein.
  • Zu spät heißt kostenlos: Eine verspätete Nachforderung müssen Sie nicht zahlen (§ 556 Abs. 3 Satz 3 BGB). Ein Guthaben steht Ihnen trotzdem zu.
  • Einwendungsfrist: 12 Monate ab Zugang der Abrechnung für Ihren Widerspruch .
  • Zahlung und Verjährung: Nachzahlung und Guthaben sind nach 30 Tagen fällig; Forderungen verjähren drei Jahre nach Ende des Jahres, in dem sie fällig wurden (§§ 195, 199 BGB).

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Bis wann muss der Vermieter die Nebenkostenabrechnung schicken?

Spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums (§ 556 Abs. 3 Satz 2 BGB). Die Nebenkostenabrechnung ist die Abrechnung, mit der der Vermieter die Betriebskosten eines Abrechnungszeitraums auf Sie umlegt und mit Ihren Vorauszahlungen verrechnet (§ 556 Abs. 3 Satz 1 BGB). Die Abrechnungsfrist ist die Zeit, in der der Vermieter die Betriebskosten eines Zeitraums abrechnen muss; der Abrechnungszeitraum selbst umfasst höchstens ein Jahr, meist das Kalenderjahr. Die Abrechnung muss die Gesamtkosten, den Verteilerschlüssel, Ihren Anteil und Ihre Vorauszahlungen nennen, sonst ist sie formell unwirksam.

Beispiel: Abrechnungszeitraum 1. Januar bis 31. Dezember 2025. Die Abrechnung muss bis zum 31. Dezember 2026 bei Ihnen eingehen.

Kommt sie am 10. Januar 2027, ist die Nachforderung verfallen. Ein Guthaben müssen Sie trotzdem bekommen.

Nur wenn der Vermieter die Verspätung nicht zu vertreten hat, etwa weil der Versorger seine Rechnung zu spät geschickt hat, darf er nachfordern. Das muss er belegen, und er muss dann unverzüglich abrechnen. Ein Umzug des Mieters entschuldigt die Verspätung nur, wenn die neue Adresse unbekannt war.

Wie lange habe ich Zeit, die Nachzahlung zu zahlen?

Dreißig Tage nach Zugang der Abrechnung. Dieselbe Frist gilt für den Vermieter, wenn er Ihnen ein Guthaben auszahlen muss. Weil Ihre Frist für Einwendungen viel länger ist, zahlen Sie eine strittige Nachforderung „unter Vorbehalt der Rückforderung“: Sie geraten nicht in Verzug und bekommen das Geld zurück, wenn der Widerspruch Erfolg hat. Solange der Vermieter Ihnen die Belegeinsicht verweigert, dürfen Sie die Nachzahlung zurückhalten.

Wie lange kann ich Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung einlegen?

Zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung (§ 556 Abs. 3 Satz 5 BGB). Innerhalb dieser Frist prüfen Sie die Abrechnung, fordern Belege an und beanstanden einzelne Posten schriftlich. Wie das geht und welche Fehler häufig sind, steht im Ratgeber Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung, mit Musterbrief.

Wann verjähren Forderungen aus der Nebenkostenabrechnung?

Nach drei Jahren (§ 195 BGB). Die Frist beginnt mit dem Ende des Jahres, in dem die Forderung fällig wurde (§ 199 BGB). Eine Nachforderung aus einer Abrechnung, die Ihnen im März 2026 zuging, verjährt am 31. Dezember 2029; dasselbe gilt für Ihr Guthaben und für Ihren Anspruch auf eine Abrechnung, die der Vermieter schuldig geblieben ist.

Was tun, wenn der Vermieter die Frist versäumt hat?

  • Abrechnung kommt zu spät: Die Nachzahlung müssen Sie nicht leisten. Antworten Sie schriftlich, dass die Abrechnungsfrist abgelaufen ist, und zahlen Sie nicht.
  • Keine Abrechnung: Sie können die Abrechnung einfordern und notfalls einklagen. Bis sie vorliegt, dürfen Sie die laufenden Vorauszahlungen zurückhalten, wenn der Abrechnungszeitraum und die Abrechnungsfrist abgelaufen sind.
  • Guthaben bleibt aus: Auch bei einer verspäteten Abrechnung muss der Vermieter das Guthaben auszahlen, 30 Tage nach Zugang.

Was gilt für die Nebenkostenabrechnung nach dem Auszug?

Der Vermieter rechnet erst nach Ende des Abrechnungszeitraums ab, nicht beim Auszug; auch dann gilt die Frist von 12 Monaten. Ziehen Sie am 30. Juni 2026 aus, kann die Abrechnung für 2026 bis zum 31. Dezember 2027 kommen. Bis dahin darf er einen angemessenen Teil der Kaution zurückhalten, etwa die Höhe einer erwarteten Nachzahlung, nicht die ganze Kaution.

Notieren Sie am Auszugstag die Zählerstände für Heizung, Warm- und Kaltwasser, am besten mit Foto und Datum. Sie zahlen nur den Verbrauch bis zu diesem Tag; verbrauchsunabhängige Kosten werden anteilig nach Tagen aufgeteilt.

Häufige Fragen zur Nebenkostenabrechnung

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